Wie kommt jemand, der bereits das amerikanische und das kanadische Ski Team betreut hat zum Berliner Assistentinnen Kongress?

Was möchte jemand der bereits internationale Spitzensportler, darunter Olympiasieger und Weltmeister gemanagt hat, uns sagen? Ganz einfach: „Nutzen Sie Ihr volles Potenzial!“ Marc Habermann ist diplomierter Coach, Lebens- und Sozialberater, Wirtschaftsmediator i.A., Sportwissenschaftler und Sportmanager.

Und er hält uns im Juni in Berlin auf Trab. Lernen Sie Herrn Habermann näher kennen. Erfahren Sie, warum auch Teilnehmerinnen, die sich nicht so sehr für Sport interessieren von seinem Vortrag und Workshop begeistert sein werden und warum ihn das Thema Kommunikation besonders umtreibt.

Unsere Konferenz-Managerin Ingrid Della Giustina, hat Herrn Habermann für Sie auf den Zahn gefühlt.

1. Herr Habermann, Sie haben in Ihrer Karriere schon einige „berufliche Hüte“ getragen. Welche Ihrer Tätigkeiten machte Ihnen bisher am meisten Spaß?

Jeder Job, jeder Auftrag, jedes Projekt hat seine Highlights und Anreize. Am meisten Freude habe ich, wenn ich Personen oder Teams über einen längeren Zeitraum begleiten darf und so die Veränderungen und Erfolge hautnah miterlebe. Das war als Manager so und ist jetzt als Trainer und Coach wieder so.

 2. Weshalb haben Sie sich entschieden Ihre erfolgreiche Karriere als Sportmanager aufzugeben und Trainer und Coach zu werden?

Als Manager ging es letztendlich „nur“ darum Werbeflächen zu verkaufen, Geld aufzustellen. Das war mir inhaltlich auf Dauer zu wenig. Ich wollte näher am Menschen und auch am Sport dran sein, nicht mehr nur für den Kunden arbeiten, sondern mit ihm. Die Arbeit als Coach ist viel intensiver, persönlicher, menschlicher und auch inhaltlich befriedigender.

3. Mit welchem Sportler haben Sie gemeinsam den größten Erfolg bis jetzt gefeiert?

Am meisten gefreut habe ich mich persönlich über den Weltmeistertitel des Kanadiers Erik Guay in der Abfahrt bei der Ski WM 2011 in Garmisch Partenkirchen. Ich hatte erst 8 Wochen zuvor mit ihm zu arbeiten begonnen und wir haben sehr intensiv an seiner mentalen Einstellung gearbeitet. Kaum einer hatte ihn auf der Rechnung. Umso schöner und emotionaler war dann der Sieg.
 

„Ich habe mit Marc im Dezember 2010 zu arbeiten begonnen. Acht Wochen später wurde ich Weltmeister in der Abfahrt. Er half mir entscheidend meinen Zugang zum Thema Erfolg zu ändern. Es scheint, als ob er diese Fähigkeit hat Menschen zu helfen ihr individuelles Erfolgsgeheimnis zu finden.“ Erik Guay (CAN), Weltmeister 2011

4. Wie sehen die letzten 10 Minuten eines Spitzensportlers vor dem Wettkampf aus, gibt es bestimmte Rituale?

Das kann man pauschal nicht beantworten, da jeder Sportler anders tickt. Was auf jeden Fall allen gleich ist, dass jeder Sportler, egal ob extrovertiert oder zurückgezogen seine gewohnten Abläufe und Rituale braucht. Das ist ähnlich wie bei kleinen Kindern, die auch ihre Rituale und Abläufe brauchen. Dabei bewegen sie sich in der Komfortzone, in der sie sich auskennen, sich wohlfühlen und selbstbewusst und stark agieren können. Holen Sie einen Sportler kurz vor dem Wettkampf aus seiner Komfortzone, sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine gute Leistung.

5. Was war Ihr spannendstes berufliches Erlebnis?

Die spannendsten Momente sind für mich immer die, in denen mich Menschen im positiven Sinn überraschen. Wir haben ja alle unsere Erfahrungen und Schubladen, in die wir Menschen viel zu schnell stecken. Auch ich als Coach bin davor nicht gefeit. Umso spannender finde ich es dann, wenn mich ein Klient oder Sportler positiv überrascht, in dem er z. Bsp. mental stärker ist, als erwartet, Ziele schneller erreicht als geplant oder Handlungsmaßnahmen und Veränderungen in seinem Verhalten konsequent umsetzt.

6. Was können sich Teilnehmerinnen, die sich nicht so sehr für Sport interessieren von Ihrem Vortrag und Ihrem Workshop erwarten?

Die Arbeit mit Spitzensportlern ist nur ein Teilbereich meiner Arbeit. Das spannende ist, dass wir als „Nicht Leistungssportler“ sehr viel von den mentalen Trainingsmethoden und den Kenntnissen über unser Bewusstsein und Unterbewusstsein lernen können um davon in vielen beruflichen Situationen einen Nutzen zu ziehen. Wir können alle davon profitieren motiviert und/oder konzentriert zu sein, zielorientiert zu arbeiten, Stress zu reduzieren, mit Druck umgehen zu können, lösungsorientiert zu denken oder positiv mit Fehlern und Niederlagen umzugehen. Das sind alles Themen aus dem Spitzensport, die uns im Berufsalltag genauso berühren und beschäftigen. Es kommt das eine oder andere Bespiel aus dem Sport, um theoretisches bildhaft zu veranschaulichen, aber bei den Aufgaben, Übungen, Diskussionen und Selbstreflektionen geht es immer um die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen.

7. Gibt es klassische, immer wiederkehrende Themen, mit denen Sie konfrontiert sind?

Das Thema, über das die Meisten stolpern und das Schwierigkeiten macht, ist das Thema der Kommunikation. Angefangen von Kommunikationswegen über Inhalte und vor allem über das Wie der Kommunikation. Persönliche Wertschätzung der Kolleginnen, verbunden mit der entsprechenden Kommunikation wird in unserer Arbeitswelt leider noch immer nicht hoch genug geschätzt. Dabei ist es eines der effizientesten und billigsten Mitteln der Motivation und Mitarbeiterbindung, abgesehen davon, dass es selbstverständlich und ein Zeichen der guten Sitte sein sollte, wertschätzend miteinander umzugehen.

8. Was waren bisher Ihre schönsten Momente in Ihrer Laufbahn?

Das waren zum Glück schon einige Situationen, egal ob der Sieg eines Sportlers, eine bewegende Veränderung im Leben eines Klienten, die ich begleiten durfte oder den ausgeprägten Zusammenhalt eines Teams zu erleben. Sehr bewegende Momente sind auch immer wieder Rücktritte von Sportlern von der Bühne des Leistungssports, in denen allen Anwesenden bewusst wird, was da gerade Bedeutendes zu Ende geht. Richtige Gänsehaut hatte ich bei der Verabschiedung der Tennisspielerin Steffi Graf im Madison Square Garden in New York.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Marc Habermann stehen immer die Bedürfnisse und Anforderungen der Teilnehmer und Klienten,  sowie die Stärkung und Erweiterung  ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen. Ein offenes, vertrauensvolles und von Humor geprägtes Miteinander und eine wertschätzende Begegnung auf Augenhöhe sind dabei die Basis für ein erfolgreiches Lernen, Entwickeln und Verändern. Am 12. Juni 2015 ist Marc Habermann beim Berliner Assistentinnen Kongress vor Ort.

Den 2. Teil des Interviews finden Sie HIER! Erfahren Sie mehr über das Siegergen und Tipps für Ihren Büroalltag.

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